Material

Massivholz und Holzarten

Jede Diele und jedes Furnier wird persönlich beim Holzhändler ausgesucht. Was später im Möbel steckt, hatte der Schreiner vorher in der Hand.

Furnierpakete und Bohlen im Holzlager, nach Stämmen sortiert

Eiche, Nussbaum, Kirsche, Zirbe

Holz ist kein gleichmäßiger Werkstoff. Zwei Bretter aus demselben Stamm sehen unterschiedlich aus, und genau das macht ein Möbel zum Einzelstück.

Welche Holzart passt, entscheidet sich an drei Fragen: Wie soll der Raum wirken, wie stark wird das Möbel beansprucht, und welcher Boden liegt schon da. Darüber sprechen wir, bevor der erste Zuschnitt läuft.

Querschnitt eines Eichenstamms mit Jahresringen und Maßband

Massivholz

Gewachsen, nicht zusammengesetzt

Massivholz bleibt in Bewegung. Es arbeitet mit der Raumluft, wird über die Jahre dunkler oder heller und darf Spuren annehmen. Eine Druckstelle lässt sich abschleifen, eine beschichtete Platte nicht.

  • Eiche: hart, offenporig, auch der Klassiker für stark genutzte Möbel
  • Nussbaum: dunkel und ruhig, gut für Wohnräume mit hellem Boden
  • Kirsche: warmer Ton
  • Zirbe: weich und harzig, mit dem typischen Zirbenduft

Edelfurnier

Ein Stamm über die ganze Wand

Furnier ist kein Ersatz für Massivholz, sondern die einzige Möglichkeit, ein Bild über mehrere Meter durchlaufen zu lassen. Die Blätter stammen aus einem Stamm und werden in der Reihenfolge verarbeitet, in der sie geschnitten wurden.

So läuft die Maserung über Türen, Schubladen und Seiten durch, statt an jeder Fuge neu anzusetzen. Bei großen Schrankfronten ist das der sichtbarste Unterschied zur Serienware.

Gestapelte Edelfurnierblätter in dunklem Nussbaum

Verbindungen, die halten

Wo es auf die Verbindung ankommt, wird geschraubt oder gleich massiv verbunden.

Gehrung

Zwei Teile treffen sich auf 90°. Die Maserung läuft ohne sichtbare Stirnseite um die Ecke.

Zinken

Finger- und Schwalbenschwanzzinken verzahnen sich ineinander. Sichtbares Handwerk an Schubkästen und Möbelecken.

Grat

Die Gratleiste hält breite Platten eben und lässt das Holz trotzdem arbeiten.

Zapfen

Schlitz und Zapfen sind die älteste feste Verbindung im Möbelbau. Für Rahmenfronten und Rahmenbauteile.

Ausgesucht, nicht bestellt

Beim Holzhändler wird Brett für Brett und Furnier durchgesehen, bevor etwas in die Werkstatt kommt.

Wohnraum mit großflächiger Wandverkleidung aus Eiche neben Kaminofen und Sideboard

Ein Möbel aus Massivholz wird nicht schlechter, es wird älter. Das ist ein Unterschied.

Häufige Fragen

Welches Holz eignet sich für Möbel?

Für stark genutzte Möbel wie Tische und Küchen ist Eiche der Klassiker, weil sie hart ist und Spuren gut verträgt. Nussbaum wirkt ruhig und dunkel, Kirsche wird mit den Jahren kräftiger, Zirbe passt ins Schlafzimmer. Welche Holzart passt, hängt vom Raum und der Beanspruchung ab.

Was ist der Unterschied zwischen Massivholz und Furnier?

Massivholz ist durchgehend aus einem Stück. Furnier ist eine dünne Lage echtes Holz auf einer stabilen Platte. Furnier erlaubt es, eine Maserung über eine ganze Schrankwand durchlaufen zu lassen, was mit Massivholz nicht möglich wäre.

Warum arbeitet Massivholz?

Holz nimmt Feuchtigkeit aus der Raumluft auf und gibt sie wieder ab. Dabei quillt und schwindet es quer zur Faser. Deshalb werden Massivholzplatten so verbunden, dass sie sich bewegen können, etwa mit Gratleisten.

Welche Holzart ist am robustesten?

Unter den heimischen Hölzern gehören Eiche, Esche und Ahorn zu den härtesten und sind damit erste Wahl für Arbeitsflächen und Esstische. Nussbaum und Kirsche sind etwas weicher, Zirbe deutlich weicher.

Georg Würmseher, Schreinermeister

Erzählen Sie mir von Ihrem Raum.

Erzählen Sie mir davon. Ich schaue mir den Raum an, wir reden über das Konzept, und danach wissen Sie, was möglich ist und was es kostet.